Gemäß dem Verständnis Ernst Cassirers sind Religion und Kunst zwei unterschiedliche Formen (neben anderen), Welt wahrzunehmen, zu deuten und zu reflektieren. Inwiefern ist es legitim, nach möglichen Berührungspunkten dieser beiden Wirklichkeiten zu fragen? Wie hat sich das Neben- und Mit- und möglicherweise auch Gegeneinander von Christlicher Religion und Bildender Kunst im Laufe der Geschichte entwickelt? Wie stellt sich dieses Verhältnis in anderen Religionen, etwa dem Judentum oder dem Islam dar? Mit welchen (kunstwissenschaftlichen) Methoden lässt sich dieses Themenfeld wissenschaftlich erörtern? Was sind gegenwärtig wichtige VertreterInnen eines Dialoges zwischen Kunst und Kirche/n? Ziel der LV ist es, einen Einblick in das vielfältige und komplexe Themenfeld zu gewinnen und ein kritisches Bewusstsein für sowohl Eigenständigkeit als auch Berührungspunkte der beiden Wirklichkeitsbereiche zu entwickeln.
Diese Vorlesung beschäftigt sich mit dem Phänomen der Prophetie, so wie sie in den Büchern des Ersten Testaments überliefert ist.
Neben den ProphetInnen, von denen verschiedene biblische Texte erzählen, werden vor allem die Bücher der Propheten im Zentrum der Vorlesung stehen. Dabei werden ihre literarische Gestaltung, ihre inhaltlichen und theologischen Schwerpunkte ebenso zur Sprache kommen wie die Entstehungsgeschichte und der historische Hintergrund dieser Bücher.
Die Auslegung biblischer Texte hängt entscheidend davon ab, von welchen Voraussetzungen die Interpretation ausgeht und von welchen Perspektiven sie geleitet wird. Diese Aspekte betrachtet die Bibelhermeneutik.Folgende Fragen stellen sich beispielsweise für eine Hermeneutik des Alten Testaments:
Welche Fragen und Interessen prägen die Auslegung des Alten Testaments in der Vergangenheit und in der Gegenwart?
Welche Konsequenzen hat es für die christliche Auslegung des Alten Testaments, dass dieses auch zu den autoritativen Schriften des Judentums zählt?
Wie wird das Verhältnis vom Alten zum Neuen Testament bestimmt?
Wie beeinflussen hermeneutische Entscheidungen die Wahl der exegetischen Methoden?
Wie unterscheiden sich jüdische und christliche, wie katholische und evangelische Herangehensweisen? In der Vorlesung werden auch kontextuelle Hermeneutiken (z.B. befreiungstheologische, feministische) oder spezielle Hermeneutiken für bestimmte Texte (Gewalttexte) betrachtet.
Michael ZUGMANN
Biblische Texte erfordern immer neu eine text-, sach- und zeitgemäße Auslegung. Dieses Proseminar will mit der Kunst des Lesens sowie mit den Methodenschritten der historisch-kritischen Exegese (Textkritik, Literarkritik, Form-, Traditions- und Redaktionsgeschichte usw.) vertraut machen und Einblicke in neuere Zugänge zur Bibel bieten.
Die Vorlesung wird sich mit folgenden Themen beschäftigen
Teil I (Michael Zugmann) befasst sich mit dem Judentum als geschichtliche Größe zur Zeit Jesu bzw. in der formativen Phase des Christentums: Jesus der Jude – Judentum zur Zeit Jesu: Tempel und Synagoge; religiöse Gruppierungen (Pharisäer, Sadduzäer, Zeloten, Essener) – Jesus und das Judentum – Konflikte zwischen Urchristentum und Judentum.
Termine: 1. März, 8. März, 15. März, 22. März
Teil II (Susanne Gillmayr-Bucher): Geschichte des Judentums - Texte des klassischen Judentums: Talmud und Midrasch - der Festkreis - jüdische Alltagswelt
Termine: 29. März, 19. April, 26. April, 10. Mai
Teil III (Christoph Niemand): Jüdisch-christlicher Dialog heute – christliche Theologie des Judentums (und jüdische Theologie des Christentums).
Termine: 24. Mai, 31. Mai, 14. Juni, 21. Juni
Anrechenbar:
StPl 08: Fächermodul Vertiefung II: Kunde des Judentums (3 CP, 28 LE)
StPO 03: Pflichtfächer I. Abschnitt: Das Judentum (1 SWS – Äquivalenzregelung beachten)
Prüfung: Im Juni 2012 findet eine schriftliche Klausur über die Lehrveranstaltung statt.
Literatur:
Zu Teil 1:
Kollmann, Bernd, Einführung in die neutestamentliche Zeitgeschichte (Einführung Theologie), Darmstadt 2006 (BNT 3.020 K081)
Lohse, Eduard, Umwelt des Neuen Testaments (NTD Erg. 1; GNT 1), Göttingen 102000 (BNT 3.020 L833)
Schubert, Kurt, Die jüdischen Religionsparteien in neutestamentlicher Zeit (SBS, 43), Stuttgart 1970 (BNT 3.100 A111 S384)
Zu Teil 2:
Dexinger, Ferdinand, Der Glaube der Juden (TOPOS 474), Limburg u.a. 2003 (B 7.500 D525)
Galley, Susanne, Das jüdische Jahr. Feste, Gedenk- und Feiertage, München 2003 (B 7.580 G167)
Kolatch, Alfred J., Jüdische Welt verstehen. Sechshundert Fragen und Antworten, Wiesbaden 41999 (B 7.500 K813)
Magonet, Jonathan, Einführung ins Judentum, Berlin 2004 (B 7.010 M211)
Maier, Johann, Das Judentum. Von der biblischen Zeit bis zur Moderne, München 1988 (B 7.010 M217)
Müllner, Ilse/Dschulnigg, Peter, Jüdische und christliche Feste. Perspektiven des Alten und Neuen Testaments (Die Neue Echter Bibel, Themen 9), Würzburg 2002 (B 3.141 09)
Romain, Jonathan A./Homolka, Walter, Progressives Judentum. Leben und Lehre, München 1999 (B 7.500 R757)
Zu Teil 3:
Kampling, Rainer/Weinrich, Michael (Hg.), Dabru emet – redet Wahrheit. Eine jüdische Herausforderung zum Dialog mit den Christen, Gütersloh 2003 (B 7.602 K156)
Päpstliche Bibelkommission, Das jüdische Volk und seine Heilige Schrift in der christlichen Bibel (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, 152), Bonn 2001 (B 7.620 B581)
Weitere Literatur wird in der Lehrveranstaltung bekannt gegeben!
In den Texten des Ersten Testaments findet sich eine Vielfalt von Gottesvorstellungen, die sich gegenseitig ergänzen, die sich aber auch widersprechen. Ebenso zeigen die Texte trotz der Forderung nach einer Alleinverehrung JHWHs zahlreiche Spuren anderer Gottheiten und ihrer Verehrung in Israel.
Anhand von biblischen und außerbiblischen Texten sollen in diesem Seminar verschiedene Götterbilder und Gottesvorstellungen erschlossen und daraufhin befragt werden, welche Funktion die unterschiedlichen Vorstellungen für jene Menschen gehabt haben könnten, die von diesen Bildern zeugen.
Diese Vorlesung bietet einen geschichtlichen Überblick zu der Zeit, von der die biblischen Texte erzählen (ca. 1500 v.Chr. bis 100 n.Chr.).
Die Geschichte und Religionsgeschichte Israels/Palästinas wird anhand von archäologischen und literarischen Zeugnissen dargestellt.
Literatur
Dietrich, Walter (Hg.). Biblische Enzyklopädie (12 Bd). Stuttgart.
Knauf, Ernst Axel: Die Umwelt des Alten Testaments. (Neuer Stuttgarter Kommentar: Altes Testament 29). Stuttgart 1994. Themenheft: Gott und die Götter. Welt und Umwelt der Bibel 11 (1999)
Israel Finkelstein, Israel ; Silberman, Neil Asher. Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel. München 2002.
Diese Vorlesung bietet eine Einführung in die Bücher des Pentateuch und die sogenannten Geschichtsbücher.Ausgehend von der kanonischen Endgestalt der Bibel wird nach der Überlieferung und Zusammenstellung biblischer Schriften gefragt. Dabei sollen sowohl die theologischen Fragen zur Sprache kommen, die sich mit der Auswahl und Zusammenstellung der Texte zu größeren Einheiten verbinden, als auch die geschichtlichen und religionsgeschichtlichen Rahmenbedingungen, unter denen die Sammlung erfolgt ist.
Folgende Aspekte werden in dieser Vorlesung besonders hervorgehoben:
(1) Aufbau, literarische Gestalt, Gedankenwelt und Theologie der einzelnen Bücher
(2) Darstellung und Diskussion unterschiedlicher Theorien zur Entstehungsgeschichte der einzelnen Bücher
Literatur
Zenger, Erich (Hg.). Einleitung in das Alte Testament, Stuttgart, 7. Auflage, 2008.
Gertz, Christian u.a. (Hg). Grundinformation Altes Testament. Eine Einführung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments. Göttingen 2006.
Für alle Erstsemesterist als Vorbereitung zur Vorlesung die Lektüre folgender Bücher sehr empfehlenswert:
Baumann, Gerlinde. Die Bibel: Wissen was stimmt. Freiburg 2008.
Dohmen, Christoph; Hieke, Thomas. Das Buch der Bücher. Die Bibel - Eine Einführung. Regensburg 2007 (2. Auflage).
Dohmen, Christoph. Die Bibel und ihre Auslegung. München 2003 (2. Auflage).
Die Vorlesung ist als Überblicksvorlesung konzipiert, die die Geschichte der Architektur von 1800 bis heute behandelt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der architektonischen Entwicklung in den Industrienationen.
In der Lehrveranstaltung werden „Highlights“ der jeweiligen Epochen - herausragende Einzelbauten, besondere bauliche Ensembles und bekannte ArchitektInnen - vorgestellt. Zudem werden die charakteristischen Problemstellungen der Architektur wie auch der gesellschaftliche und politische Kontext des Bauens behandelt. Gefördert werden soll die Objektkenntnis, das Wissen um die Auslösefaktoren der Entstehung und des Wandels von Bauaufgaben, -typen und -stilen, sowie der Umgang mit dem Fachvokabular. Darüber hinaus werden Fragen der Architekturgeschichtsschreibung angeschnitten.
Im moodle-kurs erhalten Sie unter den Einzelterminen das Skript zur Vorlesung und finden Sie unter dem 13. Termin einen Reader, der das zusätzliche Lektüredeputat abdeckt.
Lithografie und Siebruck – eine Fülle von Begrifflichkeiten begegnen einem, wenn man sich mit der Kunst der Grafik befasst. Das Seminar möchte Grafik als „Sammelbegriff aller Tätigkeiten zeichnerischen Gestaltens“ (Koschatzky) auf vielfältige Weise beleuchten. Anhand von Originalblättern sollen unterschiedliche Techniken und stilistische Merkmale studiert werden. Ein besonderer Stellenwert kommt der kultur- und mediengeschichtlichen Bedeutung dieser künstlerischen Ausdrucksweise zu – war es doch die Grafik, die es seit Jahrhunderten Künstlern ermöglichte, ihre religiösen, politischen und weltanschaulichen Anschauungen massenhaft zu verbreiten. Thematisiert wird in dem SE auch das Verhältnis von Bild und Sprache, da es gerade bei diesem Medium zu einer besonders engen Verbindung der beiden Kulturtechniken Schreiben und Zeichnen kommt. Bedeutende historische Künstler (Dürer, Rembrandt, Goya ...) werden genauso exemplarisch hervorgehoben wie wichtige Künstler des 20./21. Jahrhunderts (hier insbesondere österreichische wie Kubin, Brus, Rainer).
.Termin: 12. Oktober 2011, 13.00-16.00
Literatur zur Einführung:
Schwanberg
StPl 08: BA: Einführungsmodul (2 CP)
StPO 05: (I Einführung in die Kunstgeschichte, Methoden (2 SWS)
Wie kann ich das, was ich auf einem Bild sehe, in Worte fassen? Wie lässt sich die Oberfläche einer Skulptur am besten beschreiben? Wie kann ich die Fassade eines Bauwerks sprachlich adäquat wiedergeben? Fragen, die die Arbeit eine/s/r Kunstwissenschaftler/s/in stets begleiten. Ob in einer Seminararbeit, bei einem Vortrag oder in einer Kunstkritik, Bildbeschreibungen sind das „A und O“ kunstwissenschaftlicher Texte. Im Zentrum der Lehrveranstaltung steht die eingehende Betrachtung von Kunstwerken und das Üben der sprachlichen Umsetzung des Gesehenen. Dabei wird es bei geblockten Exkursionen zur Begegnung mit zahlreichen Originalen in Linzer und Wiener Museen gehen. Neben der Beschreibung vor dem Original und der Erarbeitung des notwendigen Rüstzeugs wird das Vorstellen von unterschiedlichsten Textgattungen zu Werken der bildenden Kunst eine Rolles spielen. Schließlich ist das Bedürfnis von Schreibenden - Bilder, Skulpturen und Graphiken - in poetische Worte zu übersetzen so alt wie die Bild- und Wortkunst selbst.
Literatur:
Boehm, Gottfried und Helmut Pfotenhauser (Hrsg.): Beschreibungskunst – Kunstbeschreibung, München 1995
Pächt , Otto, Methodisches zur kunsthistorischen Praxis: ausgewählte Schriften, München ²1986
Rebel , Ernst (Hg.), Sehen und Sagen: das Öffnen der Augen beim Beschreiben der Kunst, Ostfildern-Ruit 1996
MI 6. 10. 2010 10.30-12.00
Weitere Termine:
MI 20.10. 10.30-12 Uhr
MI 3.11. 10.30-12 Uhr
FR 19.11. Block (ganztätig) Wien Museen
FR 14.01 Block (ganztägig) Wien oder Linz Museen
Die Lehrveranstaltung ist auch für TheologInnen anrechenbar, unter dem Titel:
AG Methodische Zugänge zur Kunstwahrnehmung
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